Ich hab "Rücken"! - 10 wissenswerte Fakten

Um kaum ein anderes orthopädisches Krankheitsbild ranken sich ähnlich viele Mythen und Behandlungsmöglichkeiten – sowohl seriöse als auch nicht so seriöse – wie um Rückenschmerzen. Sollten Sie schon einmal von Rückenschmerzen betroffen gewesen sein werden Sie wissen, dass fast jede Person einen gut gemeinten Rat für Sie parat gehabt hat.

 

So vielfältig wie die Behandlungsmöglichkeiten sind, so sind es auch die Rückenbeschwerden. Daher möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die wissenswertesten Fakten geben.

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1. Rückenschmerzen kommen sehr häufig vor


Weltweit verspüren circa 85% Menschen mindestens einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen. Dieses Bild bestätigt auch der BKK-Gesundheitsreport. 2018 entfielen fast ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage auf Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle oder andere Beschwerden des Bewegungsapparats. 

2. Rückenschmerzen sind fast immer ungefährlich


Nun kommt die gute Nachricht: Wenn der Rücken schmerzt, muss das nicht auf eine schlimme Erkrankung hindeuten. In fast 90% aller Fälle sind die Beschwerden zwar schmerzhaft, aber harmlos. Häufig lassen sich Rückenschmerzen daher mit Physiotherapie und einem effektivem Rückentraining gut behandeln.

3. Motion is lotion!


Ganz wichtig ist, dass Sie in Bewegung bleiben. Versuchen Sie sich so normal wie möglich zu bewegen. Dies sorgt unter anderem für eine Durchblutung der Muskulatur und fördert den Genesungsprozess. Gehen Sie beispielsweise spazieren. Auch wenn es anfangs „nur“ eine kleine Runde um den Block ist, unterstützen Sie Ihren Rücken damit ungemein. Grundsätzlich kann man bei Rückenschmerzen sagen, dass Liegen und Laufen Ihnen helfen wird. Sitzen und Stehen kann hingehen Ihre Beschwerden verschlimmern.

4. Es gibt keine „schlechten“ Bewegungen


Wirbelsäule

Schauen Sie sich einmal Bilder von der Wirbelsäule an.

Sie sehen dann:

  • 7 Halswirbel
  • 12 Brustwirbel
  • 5 Lendenwirbel
  • das Kreuzbein und das Steißbein

Die einzelnen Wirbelkörper haben jeweils gelenkige Verbindungen zum darüber und darunter liegenden Wirbel, dazwischen sind die Bandscheiben. Dieser Aufbau zeigt eins ganz deutlich: Die Wirbelsäule ist für Bewegung gemacht. Sie kann sich strecken und beugen, neigen und drehen. Wenn sich eine Bewegung anfangs nicht gut anfühlt, liegt das meistens daran, dass Sie es nicht gewohnt sind. Sie werden merken: Je öfter Sie diese Bewegung ausführen, desto geschmeidiger und angenehmer wird sie sich anfühlen. 

5. Es gibt nicht die „perfekte“ Haltung


Als Kind wurde einem häufig gesagt: „Sitz doch mal gerade, sonst bekommst du später Rückenschmerzen!“. Ist da was dran? Die Wissenschaft ist sich einig. Die perfekte Haltung existiert nicht. Jeder Mensch ist etwas anders geformt, somit ist für jeden auch eine andere Haltung gemütlich. Außerdem sagt unsere Haltung auch immer etwas über unsere aktuelle Stimmung aus. Wichtig ist viel mehr, dass Sie die Haltung möglichst häufig wechseln. Bieten Sie Ihrem Rücken unterschiedliche Positionen an: Er wird es Ihnen danken. 

P.S.: Auch eine gewisse Zeit auf dem Schreibtischstuhl zu „lümmeln“ ist nicht gefährlich, sondern kann mal richtig gut tun.

6. Der Rücken ist sehr stabil


Die Wirbelsäule wird von unzähligen Muskeln und Bändern stabilisiert, ihre anatomische S-Form sorgt für eine optimale Kraftverteilung und die Bandscheiben dienen als Mini-Stoßdämpfer. Somit bringt die Wirbelsäule alle Voraussetzungen mit, um Stabilität und Mobilität zu gewährleisten.

7. Schmerz ist komplex


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Erklärungsmodell Kopfschmerz

Jeder Mensch nimmt Schmerz sehr unterschiedlich wahr. Das ist völlig normal, denn hinter dem simplen Begriff „Schmerz“ steckt ein hochkomplexes System. Faktoren wie Schlaf, Umgebung, Ernährung und die psychische Gesundheit beeinflussen unser Schmerzempfinden. Daher ist es nicht immer möglich genau zu sagen, warum der Rückenschmerz an einigen Tagen schlechter ist als an anderen. Oft hilft es, sich selbst gut zu beobachten und eine Art Tagebuch zu führen. So können Sie feststellen, welche Einflussfaktoren es gibt.

 

Wie Sie am Erklärungsmodell für beispielsweise Kopfschmerzen sehen, können viele Faktoren Ihren Schmerz beeinflussen. 

8. Rückenschmerz bedeutet nicht, dass ein Schaden vorliegt


Reinhard Bruhn - Facharzt für Orthopädie
Reinhard Bruhn - Facharzt für Orthopädie

Gerade haben Sie gelesen, dass Schmerz sehr komplex ist. Somit kann auch ohne eine explizite Schädigung der Strukturen des Rückens ein Schmerzerlebnis entstehen. Wichtig zu verstehen: Der Schmerz ist dennoch vollkommen real! Suchen Sie daher bei akuten Rückenschmerzen unbedingt einen Arzt auf und lassen Sie die Schmerzen abklären.

Stellt sich Ihr Rückenschmerz beispielsweise nur als muskuläre Problematik heraus kann Ihnen unter anderem mit Akupunktur geholfen werden.

 

"Gerade bei unterem Rückenschmerz hat sich Akupunktur als wirkungsvoll erwiesen. Der Effekt von Akupunktur kann bis zu sechs Monate andauern und in Kombination mit einem professionellem Rückentraining zu einer deutlichen Verbesserung führen. Akupunktur kann zudem eine Alternative zur Einnahme von Schmerzmedikamenten darstellen."  Reinhard Bruhn Facharzt für Orthopädie

9. Strukturelle Veränderung sind normal


Im Laufe des Lebens bekommen wir ein paar Falten, die Haare werden langsam grau oder werden dünner… All diese Dinge sind ganz normal und bedeuten lediglich, dass die Lebenserfahrung steigt.

Genauso verändern sich die Strukturen in unserem Körper auch. Diese sogenannten „degenerativen“ Veränderungen der Wirbelsäule sind also eigentlich nur Falten im Inneren. Letztendlich bedeutet das: Die Veränderungen der Wirbelsäule, die man in einer Bildgebung (z.B. MRT) zu sehen bekommt, bedeuten nicht automatisch, dass etwas kaputt ist oder Schmerzen entstehen müssen.

10. Wissen ist Therapie


Wenn Sie mit Rückenschmerzen zur Physiotherapie kommen, besteht ein großer Teil der Therapie darin, Ihnen ein umfangreiches Wissen über „Ihren“ Rückenschmerz zu vermitteln. Unser Ziel ist es, dass Sie selbst Experte für Ihren Rücken werden und genau wissen, was Sie selbst tun können.

Wirbelsäulenscreening - Unsere Untersuchung für Ihren Rücken


Sie leiden unter Rückenschmerzen, einem Bandscheibenvorfall oder Kopf- und Nackenschmerzen? Mit unserem Wirbelsäulenscreening sorgen wir dafür, dass das nicht so bleibt. In unserer Praxis am Stephansplatz im Herzen Hamburgs untersuchen und beraten wir Sie in exklusiven Räumlichkeiten.


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